Gemeinschaftspraxis Dr. Drobik und Dr. de la Chaux

Home

Merkblatt zur Nasennebenhöhlen-Operation

Liebe Patientin, lieber Patient,

aufgrund Ihrer Beschwerden und des Zustandes Ihrer Nasennebenhöhlen haben wir Ihnen zu einer Nasennebenhöhlen-Operation geraten.
Neben den bekannteren Kieferhöhlen und Stirnhöhlen gibt es noch die kleinen, aber besonders häufig erkrankten Siebbeinzellen sowie die Keilbeinhöhlen.
Es handelt sich um lufthaltige, mit Schleimhaut ausgekleidete Höhlräume, die über schmale Belüftungswege mit der Nasenhaupthöhle verbunden sind. Diese Gänge können infolge abgelaufener Nebenhöhlenentzündungen narbig verengt, oder z. B. mit Polypen verstopft sein.
In den dann schlecht belüfteten Nebenhöhlen stauen sich Sekrete, daraus resultiert eine Anfälligkeit für weitere Entzündungen, die zu weiteren Narben führen usw. usf.
Die häufigsten Gründe für eine Nebenhöhlen-Operation sind daher:
- Infektanfälligkeit im Bereich der Nebenhöhlen
- ein- od. beidseitig behinderte Nasenatmung
- übermäßige Sekretion der Nase, und
- gestörtes Riechvermögen.
Durch eine Sanierung der Nebenhöhlen kann sich aber auch ein bestehendes Bronchialasthma deutlich bessern.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Der Eingriff wird in Vollnarkose und durch die Nasenlöcher durchgeführt. Unter mikroskopischer oder endoskopischer Sicht werden die verengten Belüftungswege so erweitert, daß künftig auch bei Schnupfen oder Allergien kein Zuschwellen mehr zu erwarten ist. Gleichzeitig werden bestehende Polypen, Zysten oder Sekretverhalte aus den Nebenhöhlen entfernt. Vergrößerte Nasenmuscheln oder eine Verkrümmung der Nasenscheidewand können in der gleichen Narkose ebenfalls korrigiert werden. Am Ende der OP wird eine Tamponade in die Nase eingelegt, die der Blutstillung dient und 2 Tage verbleiben muß.

Welche Gefahren können durch die Operation entstehen?

Wegen der Nasentamponade müssen Sie nach der OP zunächst durch den Mund atmen. Beim Entfernen der Tamponade tritt gelegentlich für einige Minuten eine Blutung auf, die jedoch nur selten eine erneute Tamponade oder (extrem selten) eine Blutstillung im OP erfordert. Im weiteren Verlauf kann die Nase durch Schwellungen, Sekrete, Blutreste und Krusten noch für etliche Tage verlegt sein. Sie muß deshalb nachbehandelt und gereinigt werden. Nach einem Monat fühlt sich die Nase üblicherweise wieder normal an.
Grundsätzlich sind bei jeder Operation die benachbarten anatomischen Strukturen gefährdet. Im Falle der Nebenhöhlen wären dies die Augen (Doppelbilder, Sehstörungen bis zur Erblindung), das Gehirn (Hirnwasserfluß, Hirnentzündungen, Hirnblutungen), die Tränenwege (Tränenlaufen), große Gefäße (bedrohlicher Blutverlust) und die Riechschleimhaut (Riechverlust). Jedoch handelt es sich dabei durchweg um extrem seltene Ereignisse, die bei unseren Operationen bisher noch nie aufgetreten sind. Extrem selten ist auch die Abschottung einer Nebenhöhle durch erneute Vernarbung des Belüftungsweges mit Ausbildung einer Schleimzyste (Mucozele), was eine weitere Operation zur Folge hätte. Selten einmal tritt ein Bluterguß am Auge auf, der von allein wieder vergeht.
Die Erfolgsaussichten sind insgesamt sehr gut. Bei einigen Patienten mit Nasenpolypen ist jedoch zu beobachten, daß die Polypen innerhalb einiger Jahre immer wieder nachwachsen können.

Wie soll ich mich verhalten?

Schon 10 Tage vor dem Eingriff dürfen KEINE SCHMERZMITTEL mehr eingenommen werden, da sie die Blutgerinnung stören können! Nach der Operation darf der Blutdruck nicht hoch getrieben werden, um eine Nachblutung zu vermeiden. Zwar ist es bald gestattet, das Bett zu verlassen, jede körperliche Anstrengung ist aber strikt zu meiden. Dazu gehört auch, daß baden, duschen und Haare waschen nach der Operation für ca. 5 Tage, bis zum ersten Kontrolltermin in der Praxis, verboten sind. Für die ersten 10-14 Tage besteht grundsätzlich ein Schneuzverbot (die Nase darf aber durchaus auch kräftig „aufgezogen“ werden). Mit Sport kann rund drei Wochen nach der Operation langsam wieder begonnen werden.



HNO-Gemeinschaftspraxis Dr. med. Christian Drobik und Dr. med. Richard de la Chaux
Renatastr. 71 - 80639 München - Tel: 089/1665055 - Nähe Rotkreuzplatz